Cinéfête 2010

10. französisches Jugendfilmfestival
vom 8.-14. April 2010

Das „Cinéfête“ richtet sich mit Filmen für Jugendliche in französischer Sprache (mit dt. Untertiteln) an Schulen und Gruppen. In diesem Jahr feiert das Cinéfête sein 10jähriges Bestehen und zeigt im Abaton, Zeise und Koralle-Kino zehn Highlights aus zehn Jahren.

Das Programm im Abaton mit Filmbeschreibungen und ein Anmeldeformular gibt es zum Download.

Allgemeine Infos zur Reihe finden Sie auf cinefete.de .


 
Kirikou et la sorcière Die wunderbare Kinderfabel aus Afrika
Hop Ex-Anarchisten und ein schwarzer Junge gegen die Bürokratie
Entre les murs Ein Film über die französische Schule heute (Goldene Palme 2008)
Etre et avoir Das Porträt einer kleinen Dorfschule in Südfrankreich
Le dernier métro François Truffauts Film über ein Theater im besetzten Paris
Malabar princess Familienkomödie um ein Kind, das nicht an den Tod seiner Mutter glaubt
Le fabuleux destin d’Amélie Poulain Kleine Fabeln um ein Mädchen (nicht ganz) von heute
Moi César Der kleine César ist 10 und hat sich das erste Mal verliebt
Persepolis Das Schicksal eines persischen Mädchens
nach den Comics von Marjane Satrapi
La promesse Das (viel zu) große Versprechen eines kleinen Jungen

 

Kirikou et la sorcière

Zeichentrickfilm von Michel Ocelot, Bénédicte Galup
Frankreich 1998, 75 Min., dt.F., franz. O.m.U., ab 1. Klasse

Termine 8.4. um 9.30 + 11.00 + 13.00 + 15.00

In einem kleinen Dorf in Westafrika. Der kleine Kiriku ist ein besonderes Kind. Kaum auf die Welt gekommen, spricht er schon und weiß genau, was er will. Kirikus Dorf ist kein glücklicher Ort. Abseits der Hütten wohnt eine ,böse‘ Zauberin. Jeden, der ihr zu nahe kommt, zwingt Karaba mit Blitzen in ihre Gewalt!

Aber der kleine schlaue Kiriku macht sich auf, um das Geheimnis der Hexe herauszufinden. Das ist nicht nur ein großes Abenteuer, sondern – nachdem alle Gefahren überstanden sind – auch eine sehr große und angenehme Überraschung...!

 

Hop

Regie Dominique Standaert
Darsteller Kalomba Mboyi, Jan Decleir
Belgien 2002, 104 Min., franz. O.m.U. , ab 7. Klasse

Termine 8.4. um 10.00 + 12.00, 9.4. um 9.30 + 11.30 + 15.00

Der Jugendliche Justin kommt aus Afrika und lebt in Belgien. Eines Tages wird sein Vater festgenommen, der illegal in Belgien lebte und soll abgeschoben werden. Kann man da was machen?

Man kann! sagt Frans, ein Ex-Kommunist und Kämpfer und er treibt Justin an, das Unmögliche zu versuchen: seinen Vatern mit ,allen Mitteln‘ vor der Abschiebung zu bewahren.

In scheinbar kühlen Schwarzweißbildern geht der Film gefühlvoll auf die Nöte des jungen Justin ein und stellt sich ganz auf seine Seite.


 

Entre les murs

Regie Laurent Cantet
Darsteller François Bégaudeau, Nassim Marabt, Laura Baquela,
   Cherif Bounaidja, Juliette Demaille, Dalla Doucoure u.v.a.
Frankreich 2008, 130 Min., franz. O.m.U., ab 11. Klasse

Termine 9.4. um 9.00 + 12.00

Die Klasse einer Pariser Oberschule („Collège“): bunt gemischt sitzen Jugendliche der verschiedensten Hautfarben in der Klasse. Eins ist ihnen gemeinsam: sie haben „keinen Bock“ ... und sie wissen, warum. Noch nie hat ihnen das, was sie hier lernen, in ihrem Leben etwas gebracht! Wer spricht heute noch im Konjunktiv? Also...!
Ihr Französischlehrer lässt solche Ausreden allerdings nicht durchgehen. Andererseits interessiert er sich für das Leben der Kinder außerhalb des Klassenzimmers – und dagegen ist die Schule in manchen Fällen ein Kinderspiel!
Die Geschichte dieses ehrlichen Films begann vor gut zehn Jahren mit François Bégaudeau und seiner Arbeit als Französischlehrer in Paris. Aus seinen Erfahrungen entstand „Entre les murs“, der dritte Roman dieses Allroundkünstlers zwischen Lehrer, Schriftsteller, Journalist, TV-Moderator und Sänger.
Zusammen mit dem Regisseur Laurent Cantet und Robin Campillo schrieb der Autor das Drehbuch zu diesem Film, in dem er auch die Hauptrolle spielt. Die überzeugenden jungen Darsteller fand er in einem Improvisationskurs an einer Pariser Oberschule.

François Bégaudeau en classe
dans « Entre les murs »

 

Etre et avoir

Regie Nicolas Philibert
mit Georges Lopez und seinen Schülern
Frankreich 2002, 104 Min., franz. O.m.U., ab 5. Klasse

Termine 10.4. um 13.00, 12.4. um 9.30 + 15.00

Der französische Dokumentarfilmer Nicolas Philibert (in Deutschland ist sein Film ,Im Land der Stille‘ über das Leben Gehörgeschädigter bekannt) hat eine der letzten Dorfschulen in Frankreich besucht – in einem kleinen Ort in der südfranzösischen Auvergne. Dort sitzen die Kleinen neben den Mittelgroßen, alles geschieht in einem Raum und gleichzeitig. Ein halbes Jahr hat der Regisseur das Leben der Kinder und ihrer Familien verfolgt und mit großer Anteilnahme und Authentizität eingefangen.

Der dokumentarische, aber auch behutsam inszenierte Film (die Kamera war ja nicht zufällig anwesend, als einer der etwas Älteren von seinem schwerkranken Vater erzählt) lebt durch die Gestalt des sympathischen, ruhigen Lehrers Georges Lopez, der seinen Job seit 20 Jahren und offensichtlich sehr gerne macht.


 

Le dernier métro

Regie François Truffaut
Darsteller Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Heinz Bennent,
   Andréa Férreol, Jean Poiret, Jacques Villeret
Frankreich 1980, 130 Min., franz. O.m.U., ab 12. Klasse

Termine 11.4. um 11.00, 12.4. um 11.30

Während der Besatzungszeit in Paris. Der jüdische Besitzer des Theaters ,Montmartre‘ lebt versteckt in einem Kellerraum unter der Bühne. Seine Frau leitet jetzt das Theater und studiert das neue Stück mit den Schauspielern ein. – Ein hochkarätig besetztes ,Melo‘ von François Truffaut, das genau und doch ironisch die letzten Kriegsjahre in Paris nachzeichnet, in denen die Theater jeden Abend voll waren, weil viele es sich nicht mehr leisten konnten, zu Hause zu heizen.

Malabar princess

Regie Gilles Legrand
Darsteller Jules Bigarnet, Michèle Laroque, Jacques Villeret, Claude Brasseur
Frankreich 2004, 94 Min., franz. O.m.U., ab 5. Klasse

Termine 12.4. um 9.00 + 11.00 + 13.00

So richtig überwunden hat der neunjährige Thomas den Tod seiner Mutter noch nicht: Sie starb wahrscheinlich in einer Gletscherspalte nahe dem Mont Blanc, aber ihr Leichnam wurde nie gefunden. Seit kurzem lebt Thomas bei seinem Großvater in den franz. Alpen. Vor langen Jahren ist dort ein indisches Flugzeug mit dem Namen ,Malabar Princess‘ abgestürzt, von dem vor kurzer Zeit wieder Wrackteile gefunden wurden. Voller Hoffnung, durch einen ähnlichen Zufall seine Mutter zu finden, steigt Thomas zusammen mit einem Freund in die Gletscher des Mont Blanc...

,Malabar Princess‘ ist einer der letzten Filme des vor kurzem verstorbenen Komikers und Schauspielers Jacques Villeret, der hier den Großvater spielt.

 

Le fabuleux destin d’Amélie Poulain

Regie Jean-Pierre Jeunet
Musik Yann Tiersen
Darsteller Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Dominique Pinon, Rufus, Isabelle Nanty, Jamel Debbouze
Frankreich 2001, 121 Min., franz. O.m.U., ab 9. Klasse

Termine 13.4. um 9.30 + 12.00 + 15.00

Mit einer kleinen Blechdose voller Krimskrams hat alles angefangen. Während Lady Di im Radio stirbt, entdeckt Amélie die Dose im Badezimmer hinter einer losen Kachel. Wie lange hat der Schatz eines kleinen Jungen, der sich darin befindet, darauf gewartet, daß sie, Amélie Poulain, ihn findet und dem ehemaligen Besitzer zurückbringt...?!
Nach erfolgreicher Ausführung dieses ,Projektes‘ mag Amélie nicht aufhören und ersinnt heilsame Kuren für die Menschen in ihrer Nachbarschaft ... und sich selbst.


 

Moi César

Regie Marian Quinn
Irland 2007, 89 Min., engl. O.m.U., frei ab 6/empf. ab 10

Termine 13.+14.4. um 9.00 + 11.00

César Petit ist 10, 1,39 m klein, schüchtern und ein bisschen pummelig. Genau das Gegenteil von seinem Freund Morgan. Der ist gut in der Schule, ruhig, groß und stark, und hat nur ein Problem: Er kennt seinen Vater nicht. Beide sind in Sarah verliebt, das schönste Mädchen der Schule. Wie soll César es bloß anstellen, ihr zu gefallen?
Eine originelle, phantasiereiche Komödie über Familie, Freundschaft, Schule und die erste Liebe.


Persepolis

Regie Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud (Zeichetrickfilm)
nach den Comic-Büchern von Marjane Satrapi
Frankreich 2007, 91 Min, franz. O.m.U., ab 10. Klasse

Termine 13.4. um 13.00, 14.4. um 11.30

Die kleine Marji wächst im Teheran der 70er Jahre auf: Mitglieder ihrer Familie sitzen als „Politische“ in den Gefängnissen des Schah-Regimes. Marji interessiert sich aber mehr für Bruce Lee und die US-Serien im Fernsehen. Dann kommen die Revolution..., die neuen, islamistischen Machthaber, eine noch stärkere Repression und noch mehr politische Gefangene. Nachdem die rebellische Marjane mehrmals aufgefallen ist, schicken die Eltern die 14jährige nach Wien ... wo sie eine ganz andere Welt kennenlernt: mit Shit, Existenzialismus, intellektuellen Gesprächen und ersten sexuellen Erfahrungen.
,Persepolis‘ ist ein schwarzweißer Zeichentrickfilm nach den Comic-Bänden, in denen Marjane Satrapi ihr Leben erzählt. Ihre Bücher wurden immer wieder mit Preisen ausgezeichnet (z.B. ,Comic des Jahres‘ 2004). Der Film erhielt den Preis der Jury in Cannes 2007 und wurde jetzt als französischer Oscar-Beitrag ausgewählt.
In der dt. Fassung spricht die im Iran geborene Jasmin Tabatabai Marjane. Sie sagt über die Comics: „Wenn ihr etwas über Iran erfahren oder Iraner besser kennen lernen wollt, so wie sie wirklich sind, dann müsst ihr das lesen!“

Marjane Satrapi

 

La promesse

Regie Luc und Jean-Pierre Dardenne
Darsteller Jérémie Rénier
Belgien/Fr./Lux.. 1996, 93 Min. , franz. O.m.U., ab 9. Klasse

Termine 14.4. um 9.30 + 13.00

Roger schleust illegale Einwanderer aus Afrika nach Belgien ein, bringt sie in einer dreckigen abbruchreifen Bude unter und nutzt sie skrupellos als billige Arbeitskräfte aus. Eines Tages muss sein Sohn Igor mit ansehen, wie sein Vater einen Schwarzarbeiter sterben lässt, um keinen Ärger mit der Polizei zu bekommen. Igor verspricht dem sterbenden Mann, sich um seine Familie zu kümmern. Wird er sein Versprechen halten?

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