Schulkinowochen        


Der Junge im gestreiften Pyjama  
Der Brief für den König  
Willi und die Wunder dieser Welt  
Die Klasse – Entre les murs Goldene Palme Cannes 2008
Die Vorstadtkrokodile  

Ben X  
Paulas Geheimnis  
Krabat  
Hände weg von Mississippi  
Die Entdeckung der Currywurst  
Faust Hamburger Aufführung von 1960 (Gustav Gründgens)
Die Welle  

  

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.




Das große Rennen
Regie André F. Nebe
Kamera Dirk Morgenstern
Darsteller Niamh McGirr, Susan Lynch, Colm Meaney, Jonathan Mason
BRD/Irland 2009, 83 Min., dt.F., ab 6

weiter einzelneTermine, Schulvorstellungen

Ein Mädchen setzt alles auf eine Kiste

Mary ist elf Jahre alt und lebt auf dem kleinen Bauernhof ihrer Eltern in Irland. Alle Tage muss sie bei der harten Arbeit mithelfen. Morgens in der Schule geht’s so, abends streiten dann die Eltern.., aber das kann Mary nicht beirren, denn sie hat einen Traum: Sie will Rennfahrerin werden!!!

Und dann ist da das Seifenkistenrennen! Natürlich wird Mary mitmachen (Bedingung: die „Kiste“ muss selbstgebaut sein)! Ergebnis: Die Jungs in der Schule (oder das ganze Dorf?) machen sich über Mary lustig. Doch die kennen die kleine Mary nicht. Nachdem Mary ihren hartnäckigen Vater überzeugt hat, ist der Rest doch nur noch ein Kinderspiel...



   



Der Junge im gestreiften Pyjama
Regie Mark Herman
Drehbuch Mark Herman nach einem Roman von John Boyen
Darsteller Asa Butterfield, David Thewlis, Vera Farmiga, Jack Scanlon, David Hayman, Amber Beattie, Rupert Friend
USA/GB 2008, 93 Min.

Schulvorstellungen

Mark Hermans Kinderbuchadaption ,Der junge im gestreiften Pyjama‘ ist ein kühnes Werk. Historisch korrekt oder nicht, die Erzählperspektive von ,Der junge im gestreiften Pyjama‘ ist ausschlaggebend für die Wucht, mit der die Geschichte des achtjährigen Bruno den Zuschauer trifft. Langsam aber unaufhaltsam infiltriert die Nazi-Ideologie, der sein Vater folgt, sein kindliches Leben, und der Film erzählt ebenso behutsam wie kraftvoll, was es heißt, auf einer Seite zu stehen, für die man sich nicht entschieden hat – welche Seite auch immer das ist. Er erzählt von Liebe und von Freundschaft und von der Suche nach Anerkennung.

Bruno liebt seinen Vater, doch die heimliche Freundschaft mit Shmuel, der sich auf der anderen Seite – des Zauns – befindet, stellt ihn als Vorbild in Frage. Für Brunos Mutter, die selbst einen ähnlichen Prozeß durchlebt, kommt nach Jahren der Passivität und des Schweigens schnell die Einsicht, daß ihr Mann von einem Vorbild weit entfernt ist. Doch Bruno ist zu sehr behütetes Kind, für ihn geht es hier nicht um Leben und Tod, für ihn geht es um die Freundschaft zu dem einzigen Spielkameraden, den er in seinem neuen Heim gefunden hat, und er entscheidet sich, Shmuel nicht im Stich zu lassen.

Hermans Regiearbeit beeindruckt insbesondere durch die Sensibilität, mit der die Bilder und Andeutungen das auszusagen vermögen, was der Dialog selbst hier nie ausspricht. Unausweichlichkeit und Grauen verbergen sich unter der Oberfläche und sind doch unerträglich präsent. Während die Handlung ihren Lauf nimmt, erkennen die Figuren des Films – die nebenbei bemerkt wunderbar besetzt sind – daß weder Kleidung noch Herkunft von irgendeiner Relevanz sind, jeder auf seine Weise und jeder zu einem anderen Zeitpunkt. Am Ende des Tages werden wir auf das zurückgeworfen, was wir sind: uniform.

schrieb eva tüttelmann auf schnitt.de

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   

Willi und die Wunder dieser Welt
Regie Arne Sinnwell
mit Willi Weitzel
BRD 2009, 78 Min., frei ab 0/empf. ab 5
Schulvorstellungen

Eine spannende Reise um die Erde

Willi Weitzel, der Held der Kinderserie ,Willi will es wissen‘ geht als rasender Reporter auf eine große Kino-Weltreise.
Im ältesten Regenwald der Erde klettert Willi auf die Baumwipfel der höchsten Bäume, um einen Blick auf das grüne Dach des Regenwaldes zu werfen. In der Sahara geht es um das Überleben in der Wüste und Nächte am Lagerfeuer. In der japanischen Metropole Tokio ist vieles nicht wie bei uns: das Essen nicht, die Bräuche nicht (und die Toiletten nicht!). In der kanadischen Arktis begegnet Willi Eisbären...

Bilder und Infos zum Film gibt es auf der Webseite des Films.


Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   

Der Brief für den König
Nach dem Roman von Tonke Dragt
Regie Pieter Verhoeff
Darsteller Yannick Vanderfelde, Quinten Schram, Rüdiger Vogeler,
Hanna Schwamborn, Lars Rudolph, Uwe Ochsenknecht
NL/BRD 2008, 111 Min., dt.F., frei ab 6/empf. ab 9

Schulvorstellungen


Es war einmal im Mittelalter. Tiuri ist ein junger Knappe, der noch eine Nacht unbeirrt wachen muss, um zum Ritter geschlagen zu werden. Da pocht es verzweifelt an die Tür...!? Tiuri öffnet... Ein schwer verwundeter Mann bittet ihn flehend, einen Brief mit einer geheimen Botschaft dem Ritter Edwinem zu bringen, es geht um den Frieden des Nachbarlandes, des Königreiches Unauwen!

Ohne zu ahnen, auf welches Abenteuer er sich einlässt, verspricht Tiuri dem Ritter, den Geheim-Brief eigenhändig dem König von Unauwen zu übergeben. Bald muss der junge Mann feststellen, daß Mächte seine Mission verhindern wollen, die ihm in Kraft und Anzahl überlegen sind. Es ist ein langer Weg nach Unauwen...

Der spannende Bestseller der niederländischen Schriftstellerin Tonke Dragt wurde in ihrer Heimat als ,Bestes Jugendbuch der letzten 50 Jahre‘ ausgezeichnet.

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   

Die Klasse
Entre les murs
Regie Laurent Cantet
nach einem Buch von François Bégaudeau
Frankreich 2007, 120 Min., frz. OmU, ab 12
Schulvorstellungen


Dieser Film – entstanden fast ausschließlich in einem Klassenraum – zeichnet lebendig und ohne Angst vor Konflikten das Leben einer französischen Schulklasse nach. Den Lehrer spielt François Bégaudeau, der nach seinen Erfahrungen als Lehrer auch das Buch verfasste, auf dem der Film basiert.

Infos des Co-Produzenten ARTE

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.



   
Bis 8.2.2012 keine festen Termine.



Die Vorstadtkrokodile
Regie Christian Ditter
Drehbuch C.D. und Martin Ritzendorf nach dem Buch von Max von der Grün
Darsteller Nick Romeo Reinmann, Fabian Halbig, Manuel Steltz, Leonie Tepe, Nora Tschirner,
Maria Schrader, Martin Semmelroggge, Axel Stein, Jacob Matschenz, Oktay Özdemir
BRD 2009, 90 Min., ab 6/empf. ab 8

Schulvorstellungen

Nach dem Buch von Max von der Grün

„Du kennst die Vorstadtkrokodile nicht? Das ist die stärkste Vorstadt-Kindergang hier am Ort. Und ich will unbedingt mitmachen bei denen. Da muss man ’ne Mutprobe machen: Auf das Dach der alten Ziegelei klettern; diese Leiter hoch, 3 Stockwerke an der Hauswand, die einfach nicht enden will; und dann, endlich auf dem Dach... Was sage ich, das ist nicht einfach. Aber ich mach’s!“

Gesagt, getan. Und tatsächlich kommt der 10jährige Hannes oben auf dem Dach an. Damit ist er aufgenommen. Doch dann rutscht ein Teil des Daches ab...

Zum Glück ist da noch Kai. Der sitzt zwar im Rollstuhl, aber der ist nicht auf den Kopf gefallen. Kai hat die Mutprobe aus der Entfernung beobachtet und die Feuerwehr angerufen. Und Kai wollte eins noch sagen: Er wäre auch so gern ein ,Vorstadtkrokodil‘...!

Daß er tatsächlich auf Vorbehalt aufgenommen wird, liegt daran, daß bei Hannes’ Mutter eingebrochen wird ... und der pfiffige Kai hat gesehen, wer’s war. Und jetzt geht das Abenteuer wirklich los. Die Vorstadtkrokodile treten in Aktion: den Diebstalh aufklären und das Diebesgut wieder besorgen ist das Mindeste, was man von ihnen erwarten kann. Aber so ganz ungefährlich ist das nicht. Und das nicht nur, weil alle Spuren in die alte, baufällige Ziegelei führen)...

Nach der TV-Verfilmung des beliebten Jugendbuches von Max von der Grün hat sich jetzt eine junge Filmproduktion rund um den Regisseur Christian Ditter gruppiert und die spannende Vorlage aus den spätern 70ern in einen ebenso spannenden Kinder- und Jugendfilm verwandelt.


  

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


Jasper und das Limonadenkomplott
Regie Eckart Fingberg, Kay Delventhal (Zeichentrickfilm)
BRD 2008, 82 Min., ab 0/empf. ab 5


Jasper — der Pinguin aus der Sendung mit der Maus — bricht zu seinem ersten Kinoabenteuer auf.

Jasper glaubt fest daran, daß es auf der Welt mehr geben muss als das Eis und den Schnee seiner antarktischen Heimat, auch wenn sich deswegen alle über ihn lustig machen. Eines Tages taucht ein kunterbunter Kakadu bei der Pinguinkolonie auf und erzählt seltsame Geschichten über fremde Welten, ein großes Schiff und die mysteriöse Suche nach gestohlenen Eiern für die er Jaspers Hilfe benötigt...


   


Ben X
Regie Nic Balthazar nach seinem Roman
Darsteller Greg Timmermans, Laura Verlinden
Belgien/NL 2007, 93 Min., dt.F., ab 12


Ben ist überall ein Versager und ein Außenseiter, in der Schule sowieso, wo die anderen ihn wegen seiner Ängstlichkeit hänseln, aber auch zu Hause bei seinen Eltern – überall in der Realität. Anders ist das in der virtuellen Realität. Im seinem Lieblingsspiel „Archlord“ kämpft er als ,Ben X‘ auf dem höchsten Level, ein Krieger der – zusammen mit seiner Partnerin ,Scarlite‘ alle Situationen meistert...

Der Film des belgischen Autors Nic Balthazar (der hier sein eigenes Buch verfilmt hat) nimmt uns mit in den Kopf eines einsamen jungen Mannes, der am Zusammenleben mit den anderen leidet. Mit seinen Augen (und einer außergewöhnlichen Kamera) erfahren wir, was die anderen „wirklich sagen“!

Von da geht es hinein ins die Spielwelt des (real existierenden) Spiels „Archlord“, die Ben – spätestens seit er ,Scarlite‘ in der Wirklichkeit begegnet ist – kaum noch von seiner realen Realtität trennen kann.

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   

Paulas Geheimnis
Regie Gernot Krää
Darsteller Thelma Heintzelmann,
Paul Vincent de Wall, Leslie Malton, Jürgen Vogel
BRD 2007, 100 Min., ab 6/empf. ab 8

Nach dem Buch von Kurt Held

Paula hat ein Geheimnis: ihr Tagebuch, dem sie „alles“ anvertraut. Doch das Tagebuch ist weg! Es wurde von räuberischen Kinderbanden in der U-Bahn geklaut. Der Einzige, der’s gesehen hat und ihr seine Hilfe anbietet, ist ihr Schulkamerad Tobi, dessen prollige Art Paula überhaupt nicht mag.

Aber Paula nimmt sich ein Herz. Sie geht auf Tobis Angebot ein und revanchiert sich mit Nachhilfe. Leicht haben es die beiden dann doch nicht miteinander. Das liegt aber auch daran, daß ihre ,Nachforschungen‘ zu einer rumänischen Bande führen, die Kinder als Diebe einsetzt. Diese Leute sind nicht ganz ungefährlich...

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   

Krabat
Regie Marco Kreuzpaintner
Darsteller David Kross, Christian Redl,
Daniel Brühl, Robert Stadlober, Paula Kalenberg
BRD 2008, 120 Min., ab 12

Schulvorstellungen

In dunkler Zeit in den Wirren des 30jährigen Krieges steht der kleine Krabat eines Tages allein im Leben. Die Pest hat ihm seine Mutter genommen, jetzt zieht er umher ... und findet schließlich Lohn und Brot als Gehilfe in einer Mühle. Dankbar macht er sich an die Arbeit, doch dann wird ihm allmählich klar, daß er und die anderen elf Gehilfen in Wirklichkeit Zauberlehrlinge (und Gefangene!) des Müllers sind, der über geheimnisvolle Kräfte aus dem Reich der schwarzen Magie verfügt. Zweifellos hat das Erlernen magischer Tricks so seinen Reiz, aber es gibt da ein Problem: jedes Jahr muss einer der zwölf Gehilfen geopfert werden, womit der Müller von den schwarzen Mächten sich ein weiteres Lebensjahr erkauft. Krabat beschließt, daß dies nicht sein Schicksal werden darf...

Nach dem Roman von Otfried Preußler schuf Marco Kreuzpaitner einen wild-romantischen Film – in einer ausgewogenen Mischung aus schauspielerischen Darstellung und Special-Effects –, in dem David Kross (der jugendliche Held aus ,Knallhart‘) die Rolle des Krabat übernimmt.

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


 

Hände weg von Mississippi
Regie Detlev Buck
nach dem Buch von Cornelia Funke
Darsteller Katharina Thalbach, Zoë Mannhardt,
Christoph Maria Herbst, Hans Löw, Milan Peschel
BRD 2007, 98 Min., ab 0/empf. ab 6

Emma ist 10. In den Sommerferien besucht sie ihre Gro ßmutter auf dem Land. In dem kleinen Dorf ist gerade der Großgrundbesitzer Klipperbusch gestorben; jetzt wird das Gut (bald) seinem geldgierigen Neffen Albert gehören. Da er mit der alten Stute Mississippi, die niemanden auf sich reiten läßt, nichts anfangen kann, ist er ganz froh, daß Emma – vertreten durch ihre Großmutter – ihm für den Gaul noch ein paar Groschen gibt. Auch Emma ist froh, denn sonst hätte Albert ihren Liebling an den Abdecker verkauft! Doch dann ... das ist seltsam: Plötzlich will Albert die Stute wiederhaben...?!

Nach einem Buch der bekannten Kinder-Autorin Cornelia Funke drehte Detlev Buck im letzten Sommer am Ostufer des Schalsees einen stimmungsvollen Familienfilm.

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.

   

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.




Die drei Freunde während einer Drehpause...

Mullewapp
Regie Tony Loeser, Jesper Moeller nach den Büchern von Helme Heine
Sprecher Benno Fürmann, Joachim Król,
Christoph Maria Herbst, Katarina Witt
BRD/It./Fr. 2009, 77 Min, frei ab 0/empf. ab 5

Schulvorstellungen

Das große Kinoabenteuer der Freunde

Eines Tages ist er da: Johnny Mauser, die kleine Maus, angeblicher Filmstar aus der großen Stadt, lässt sich von den Tieren des Bauernhofs Mullewapp bewundern – und will auch gleich wieder weg, aber ... da wird das Schäfchen Wolke vom Wolf entführt, und Johnny bleibt, um zusammen mit dem dicken Schwein Waldemar und dem Hahn Franz das Schaf aus den Fängen des Wolfes zu befreien...

Nach den bekannten „Freunde“-Büchern hat das Trickstudio MotionWorks aus Halle die Geschichten des Zeichners Helme Heine liebevoll in einen Zeichentrickfilm für die kleinen Zuschauer umgesetzt, der erzählt, wie die Freunde zusammenfinden. Mit dem Bild des Fahrrads, das nur gemeinsam von Johnny, Franz und Waldemar gefahren werden kann, findet die Geschichte ein ebenso anschauliches wie tiefgründiges Beispiel für die Bedeutung von Freundschaft.

 


Die Entdeckung der Currywurst
Regie Ulla Wagner
nach der Novelle von Uwe Timm
Darsteller Barbara Sukowa, Alexander Khuon
BRD 2008, 106 Min., ab 6/empf. ab 8


Eine junge Frau sucht im Nachkriegsdeutschland ihren Weg ... und entdeckt das Rezept für die Currywurst.
Nach einem Buch von Uwe Timm mit Barbra Sukowa in der Hauptrolle. ( Infos des Verleihs )

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.


   


Gründgens und Quadflieg

Gründgens Faust
nach Johann Wolfgang Goethe
mit Gustaf Gründgens, Will Quadflieg, Elisabeth Flickenschildt, Ella Büchi
BRD 1960, 120 Min.
11.5. um 10.00

Peter Gorski erstellte damals zusammen mit Gustaf Gründgens die Filmfassung der legendären Inszenierung des ersten Teils des Faust. Diese Fassung ist — auch wenn nicht alle Beteiligten damals mit dem Ergebnis zufrieden waren (die Ausführungen von Will Quadflieg führen ein in die damaligen Diskussionen) — heute ,das‘ Dokument dieser legendären Inszenierung.

Will Quadflieg über die Arbeit an der Faust-Verfilmung (gekürzt):
Beim ,Faust‘-Film, der Aufzeichnung der Hamburger Gründgens-Inszenierung, machte der Unterschied zwischen den Medien uns schwer zu schaffen. Faust ist ja ein ungeheuer redseliger Mensch, und es ist eine beträchtliche Aufgabe, diese Verse, diese Reime mit Leben zu erfüllen. Wenn man ihren Sinn ganz erschließen wollte, müßte man jeden einzelnen Satz zelebrieren. Das klänge im Film absurd und albern. Film will immer „natürlich“ sein. Auf der Bühne geben wir den Schwingungen der Sprache und ihrem geistigen Rhythmus ihr Recht. Diese Selbstverständlichkeiten erweisen sich schlagartig als problematisch, wenn Kamera und Mikrofon uns auf den Leib rücken.

Ich hatte bei der ,Faust‘-Aufzeichnung Angst vor dem Pathos, vor jeder Überbetonung. Um diese Fehler um jeden Preis zu vermeiden, reduzierte ich den Faust auf einen gescheiten Mann, der vom Frühstück bis zum Schlafengehen ununterbrochen mit geistreichen, unerhörten Wahrheiten um sich wirft. Ich war in den großen Monologen weder prägnant noch glaubhaft, wie mir beim ersten Anschauen des Ganzen klar wurde. Auch Gründgens war nicht zufrieden, weder mit sich noch mit dem ganzen Unternehmen.

Er war verständlicherweise sehr mit sich selbst beschäftigt, und die große Wachheit, mit der er sonst inszenierte, konnte diesmal nicht effektiv in Erscheinung treten. Es gelang uns nicht recht, die Aufführung so zu diminuieren, umzudenken und zu konzentrieren, wie es die Filmgesetze verlangen. Wir haben es alle bedauert und uns ein wenig damit getröstet, daß diese Verfilmung immerhin im Abglanz festhielt, was sich mit keinem anderen Mittel festhalten läßt: eine große Theaterinszenierung.



Termine bis 8.2.2012
So 5.2. um 15:15, 
Mo 6.2. um 15:00, 
Mi 8.2. um 15:15 


   

 Die Welle
Regie Dennis Gansel
nach dem Roman von Morton Rhue
Darsteller Jürgen Vogel, Max Riemelt, Cristina do Rego, Christiane Paul
BRD 2008, 107 Min, frei ab12 / empf. ab12


In irgendeiner Kleinstadt in Deutschland: Beim Unterrichtsthema „Autokratie“ schalten die Schüler ab – nach der ganzen Faschismus-Aufarbeitung auch noch das! „Diktatur funktioniert doch gar nicht mehr!“, sagt einer ... und da kommt Rainer Wenger, dem Lehrer der Klasse, eine Idee...

Ab sofort verlangt er Disziplin in/von seiner Klasse (sozusagen „mal was Neues“). Der Unterricht wird auf maximale Effektivität ausgelegt, wozu die Schüler und Schülerinnen sich umsetzen müssen. Die Schüler erfinden ein gemeinsames Zeichen, einen Gruß; der Lehrer fordert, daß ab morgen alle weiße Hemden und Jeans tragen...

Das ,Projekt‘ in Sachen „Wie weit sind wir von einer Diktatur entfernt?“ geht ab wie eine Rakete, Lehrer Wenger bleibt weiter dabei, die anderen Lehrer schauen weg. Die Schüler genießen die neue Gemeinsamkeit, die schon bald nach Ausgrenzungen sucht. In wenigen Tagen hat sich ihre Welt verändert...

Dennis Gansels neuer Film mit Jürgen Vogel als cooler Lehrer in der Hauptrolle, entstand nach dem Roman des Amerikaners Morton Rhue („Die Welle“, Ravensburger, an der Kasse erhältlich). Realistisch und aufmerksam erzählt er vom erstaunlich schnellen Abgleiten einer Gruppe von Menschen in autoritäre Zustände jenseits von Recht und Ordnung.

Bis 8.2.2012 keine festen Termine.

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